Es begann früh: Schon als Kind verschlang Stefan Meetschen, der am 7. Januar 1969 in Duisburg zur Welt kam, jedes Buch, das ihm in die Hände kam – am liebsten Kriminalgeschichten. Dabei sah er Literatur nie nur als Abenteuer, sondern als einen Weg, die Welt, die Menschen und sich selbst besser zu verstehen. So stand für ihn bereits im Alter von zehn Jahren fest: „Eines Tages werde ich Schriftsteller, auch wenn dies ein gefährlicher Beruf ist, denn viele Autoren bringen sich um.“ Mit Leidenschaft las er als Jugendlicher die Werke von Max Frisch, Albert Camus, Graham Greene und anderen. Erste eigene Gedichte und Prosafragmente entstanden.
Nach dem Abitur in Wesel ging Meetschen nach Berlin, wo er an der Hochschule der Künste studierte und den Fall der Mauer miterlebte. Während des Studiums schrieb er Kurzhörspiele, unter anderem für den Hessischen Rundfunk.
Im Laufe der Jahre fand Meetschen seine eigene literarische Stimme: In seinen Romanen Das Mädchen in Blau (2026), Gespenster wie wir (2024), Guten Tag (2009) und Requiem für einen Freund (2004) setzt er sich mit der Rolle des Zufalls im modernen Leben auseinander. Ein Thema, das ihn bis heute fasziniert. Ebenso wie die politischen und geschichtlichen Spuren in den Lebenslinien jedes Menschen.
Über den Roman Das Mädchen in Blau, der im Edvard-Munch-Haus in Warnemünde Premiere feierte, schrieb CulturMag: „Mit seinem neuen Roman gelingt Stefan Meetschen eine sensible Zeitreise in die Welt der deutschen Wiedervereinigung. Die Handlung ist exakt durchkomponiert, die Charaktere glaubwürdig und lebendig.“
Auch der vom Deutschen Kulturforum östliches Europa empfohlene Roman Gespenster wie wir stieß bei den Medien auf positive Resonanz: „Dass man in einer von Dystopien regierten Gegenwart noch solch helle, anmutige Bücher findet, muss man als wahres Geschenk bezeichnen.“ (Neues Deutschland)
Für seinen ersten Roman Requiem für einen Freund , der mithilfe einer geschickten Simultandramaturgie vom Schicksal verschiedener Menschen erzählt, die unwissend miteinander verbunden sind, erhielt Meetschen ein Literaturstipendium der Stiftung Preußische Seehandlung.
Neben Hörspielen und Romanen veröffentlichte Stefan Meetschen, der in Warschau über den polnischen Filmregisseur Krzysztof Kieślowski promoviert hat, auch Kurzgeschichten und Biografien. Sein Haiku „Lady in Pink“ wurde im Rahmen der Ausstellung Sanctuary (2020) in der Olivier Cornet Gallery in Dublin gezeigt.
Das journalistische Arbeiten macht Meetschen ebenfalls Freude – bringt es ihn doch immer wieder mit Menschen und ihren wirklichen Geschichten in Berührung. Seit Anfang 2026 arbeitet er als Redakteur beim Nordkurier in Rostock. Zuvor war er im Berliner Büro der KNA und als Leiter des Feuilletons einer katholischen Wochenzeitung tätig. Artikel von ihm erschienen in Medien wie Więź, Jüdische Allgemeine, Rheinische Post, Cicero und Der Tagesspiegel.
Stefan Meetschen besitzt ein Haus in der Nähe von Krakau, in das er sich regelmäßig zum Schreiben zurückzieht. Er liebt die Natur und das Gefühl, mit dem Schreiben das Unsichtbare berühren zu können.
