
Für den Kontrafunk habe ich zwei Lesungen aus meinem Roman „Gespenster wie wir“ gehalten.
Dafür gab es Kritik von links: Es sei „mehr als fragwürdig“, dort zu lesen, und man sei „enttäuscht über die Haltungslosigkeit“.
Dazu kann ich nur sagen:
Als liberaler Demokrat gehe ich dorthin, wo ich eingeladen werde und wo gelesen und diskutiert wird – nicht nur dorthin, wo alle mit mir übereinstimmen.
Gerade in politisch angespannten Zeiten ist es wichtig, dass Kultur und Künstler sich ihre Unabhängigkeit bewahren. Viele lassen sich von rechten oder linken Kollektiven einspannen und haben kein Problem damit, sich selbst als „Kulturschaffende“ zu bezeichen, obwohl dieser Begriff sowohl durch die NS- wie auch durch die DDR-Zeit belastet ist.
Entscheidend ist aber nicht das Kollektiv und eine von ihm diktierte „Haltung“, sondern der freie Einzelne.
So definiere jedenfalls ich mein Schreiben. Und so werde ich es auch fortsetzen.
Text: mee