Autor: Stefan Meetschen
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Erinnerung an einen Nachmittag im Januar
In meiner Erinnerung gibt es einzelne Momente, in denen ich eine große Klarheit spürte, ein Eins-Seins mit der Welt. Ich weiß nicht, warum es diese Momente gibt, in denen sich die Gegenwart fast unauslöschlich in das Bewusstsein einprägt. Manchmal waren diese Momente mit einem Satz oder einem Bild verknüpft, manchmal still, farblos und doch inspirierend.…
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Plage de Pampelonne 1988
Man sollte sich als Mann sehr genau überlegen, welche Frau man anspricht. Eine solche Begegnung kann, wenn es sich um eine Muse handelt, das Leben verändern.
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Nichts verjährt
„Nichts verjährt“ schrieb ich im Sommer 2023 in meiner Datsche bei Warschau. Nachts, als ich vor innerer Unruhe einfach nicht einschlafen konnte. Ich postete den Text umgehend bei Facebook, stellte mein Smartphone aus und schlief sofort ein. Am nächsten Morgen las ich die freundlichen Kommentare der Leser. Es ist nicht alles schlecht in der Welt…
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Die Blinde
Als Student in Berlin sah ich Anfang der 1990er Jahre den Film „Die Liebenden von Pont Neuf“ . Ich war sehr beeindruckt von dem Plot. Ein paar Wochen später nahm ich meine alte Schreibmaschine zur Hand und tippte die Worte einfach so runter. Ohne nachzudenken, ohne Konzept. Doch ich wusste: es stimmt. Es ist wahr.…
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Hektor
Die Erzählung wurde gelesen von Stephan Dierichs im Studio ‚tongeschichten‘ vom Studiogelände in Potsdam Babelsberg. Stephan Dierichs, geboren 1959 in Weimar, Schauspielausbildung an der Hochschule für Schauspiel Ernst Busch in Ost-Berlin. Zahlreiche Theater- und Film-Engagements. Mehr Infos unter: www.weinlesung.de Anfang 2022 schrieb ich in einem Zug eine Erzählung nieder, die mir einige Jahre im Kopf…
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Deutschland-Ticket
Alles ist neu, nichts hat sich verändert. Ich schlendere in der Kälte die Chausseestrasse entlang. Vorbei am Brechthaus, einem Fahrradladen, einer der letzten Postbank-Filialen und Restaurants. Vor vielen Jahren in einem anderen Jahrtausend war diese Straße grau, monochrom und voller Geheimnisse. Schönen und weniger schönen. Ich komme zur Invalidenstrasse, sehe die gelbe Straßenbahn, höre das…
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Jerzy Nowosielski
Teil I. Wie beglückend, die Kunst von Jerzy Nowosielski zu entdecken, dessen Exponate gegenwärtig in einer Ausstellung im Warschauer Königsschloß zu sehen sind. Nowosielski, der am 7. Januar 1923 in Krakau zur Welt kam und am 21. Februar 2011 starb, ging es in seinen Bildern nicht darum, lediglich die Realität zu beschreiben, sondern die Realität…
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In memoriam
Mitte der 00-er Jahre arbeitete ich als Pressereferent im Generalsekretariat einer Hilfsorganisation. Eine Großveranstaltung stand an, bei der Wolfgang Schäuble als Redner auftreten sollte. Ich fragte in seinem Büro an, ob der Minister nicht einen Abstecher zu einem Helferzelt machen könne. Für schöne Fotos und ein nettes, kurzes Gespräch. Der Pressesprecher sagte zu – unter…
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Alpha und Omega
Es sind die ersten Schritte. Draußen. Auf der Straße. Nach der Diagnose vor einer Woche. Ich gehe langsam Richtung Park. Blicke auf Schneebedeckte Autos am Straßenrand, die Vögel, die durch die Skelettartigen Baumkronen hüpfen. Winter. Kalte Luft. Ich ziehe die schwarze Mütze tiefer über die Stirn. Ich mag die Kälte, die Frische. Klarheit. Die langsame…
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Der Moment
Es war ein Scherz gewesen. Beim Aufbruch, beim Abschied von den Eltern. Ausgerechnet am Tag der Feierlichkeiten. „Ich gehe nach Berlin – und dann wird auch bald die Mauer fallen.“ Einen Monat war es her – und nun stand er hier in diesem Menschenpulk und starrte auf die uniformierten Spuk-Gestalten im Zwielicht des Brandenburger Tores.…